ZUSAMMENFASSUNG

Der Energieträger Wasserstoff gilt als ein wesentlicher Baustein für den Klima- und Umweltschutz. Im Zuge von HyExperts haben die drei Gebietskörperschaften der Stadt Bottrop, der Stadt Gelsenkirchen und des Kreises Recklinghausens gemeinsam als Emscher-Lippe-Region eine Umsetzungsstudie für Wasserstofftechnologien durchgeführt. Darin werden die gegenwärtigen Aktivitäten und die zukünftigen Chancen und Herausforderungen im Bereich Wasserstoff untersucht. Im Folgenden sind die wesentlichen Ergebnisse aufgeführt:

  1. Unsere Region ist mit ländlich geprägten und städtischen Strukturen ein verkleinertes Abbild von Nordrhein-Westfalen. Die entwickelten Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen können daher gut auf andere Regionen im Land übertragen werden.
  2. Der Einsatz der Wasserstofftechnologien bringt unsere Region im Hinblick auf zwei Ziele besonders voran: Klimaschutz und  Regionale Wertschöpfung
  3. Entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette (Erzeugung, Verteilung, Nutzung, omponentenhersteller, Wissen/Qualifizierung) sind nur über HyExperts insgesamt 65 Projekte und Aktivitäten in unserer Region identifiziert worden.
  4. Unsere Region verfügt rechnerisch über Wasserstofferzeugungspotenziale in Höhe von fast 2.500 Tonnen für das Jahr 2030. Die gegenwärtig von den Akteuren in der Region angenommenen Erzeugungsmengen liegen mit jährlich 3.268 Tonnen Wasserstoff sogar noch deutlich darüber. Das entspricht dem jährlichen Bedarf von ca. 11.000 PKW oder ca. 800 Brennstoffzellenbussen. Zusätzlich könnte das ermittelte Wasserstofferzeugungspotenzial aus Erneuerbaren Energien (Wind und PV) ein Baustein sein, um weitere Erzeugungsprojekte zu initiieren.
  5. Projekte/Projektansätze in der Verteilung: In der Region befinden sich neben der schon in Betrieb befindlichen H2 MOBILITY Tankstelle in Herten sechs weitere Wasserstofftankstellen in der Planung, darunter vier öffentliche und zwei Betriebshoftankstellen für ÖPNV-Busse.
  6. Projekte/Projektansätze in der Nutzung im Verkehr: Für den Einsatz von Wasserstoff in der Mobilität wurden über 30 Projekte und Projektansätze identifiziert. Sehr konkret geplant ist dabei z. B die Beschaffung von Brennstoffzellen-Abfallsammelfahrzeuge und Brennstoffzellen-Busse für den Einsatz im ÖPNV.
  7. Unter Berücksichtigung der Bedarfe im Verkehr fällt in unserer Region kurz- bis mittelfristig ein Erzeugungsüberschuss von 550 bis 2.850 Tonnen Wasserstoff pro Jahr an. Das sichert die Versorgung der absehbar vorhandenen Fahrzeuge und kann Anreize für die Anschaffung weiterer Fahrzeuge in der Region schaffen. Um eine kurzfristige Verdrängung von Erzeugern zu vermeiden und regionale Wertschöpfung aufzubauen, sollten Preise und Wasserstoffmengen über geeignete Strukturen regional ausbalanciert werden.
  8. In unserer Region ist starkes Know-how vertreten: Schon heute sind zahlreiche unterschiedliche Akteure in der Komponentenherstellung sowie Qualifizierung & Weiterbildung im Bereich Wasserstoff vor Ort. Die geplanten Erzeugerprojekte umfassen verschiedenste Herstellungspfade von der Biogasreformierung über die Elektrolyse und Thermolyse bis hin zur übergangsweisen Nutzung von Beiprodukt-Wasserstoff aus der Industrie.
  9. Die unterschiedlichen Aktivitäten und Projekte unserer Region wurden in strukturierte Projekt-Steckbriefe überführt. Die Steckbriefe dienen der Sichtbarkeit der einzelnen Projekte für mögliche Geschäftspartner und ermöglichen eine schnelle Anknüpfung anderer Projekte durch die Angaben „Ich biete…“ und „Ich suche…“.
  10. Entwicklung einer regionalen Wasserstoffwirtschaft Die Projekte entlang der Wertschöpfungskette über eine geeignete Infrastruktur zu verknüpfen, stellt den nächsten wesentlichen Schritt für unsere Region dar, um die unter Punkt 2 genannten Ziele zu erreichen. Um Projektansätze dazu individuell zu unterstützen und Synergieeffekte zu heben, sollte die Region z. B. mit dem Aufbau eines H2-Anwenderkreises die bestehenden Strukturen zur Koordination weiter ausbauen. In dem H2-Anwenderkreis erhalten Akteure, deren Projekt noch in der Konzept- oder Ideenphase ist, am Startplatz Wasserstoff Basiswissen und regionale Vernetzungsmöglichkeiten.

Das gesamte Umsetzungskonzept finden Sie hier.